Mindestlohngesetz und Arbeitszeiterfassung ab 2015

Seit dem neuen Jahr gelten die umstrittenen Vorgaben für Arbeitgeber. Unser Tipp: Ein passendes Kassensystem reduziert den bürokratischen Aufwand, der mit den neuen Regelungen zum Mindestlohn und zur Arbeitszeiterfassung einhergeht.

Für einige Arbeitgeber war das vielleicht ein böses Erwachen. Gleich zwei wichtige Neuerungen bringt das Mindestlohngesetz (MiLoG), Artikel 1 des Tarifautonomie-Stärkungsgesetzes: 8,50 € Stundenlohn sind seit dem 1. Januar Pflicht, und auch für die Dokumentation von Arbeitszeiten gelten nun neue Regelungen. Allerdings, so schrieb die Märkische Onlinezeitung, hatte Antje Gollnisch von der IHK Ostbrandenburg Ende schon vergangenen Jahres befürchtet, dass viele Unternehmer längst noch nicht auf das vorbereitet waren, was innerhalb weniger Wochen Gesetz werden sollte: Ihrem Eindruck nach war vielen Firmeninhabern noch im November überhaupt nicht klar, dass Verträge angepasst und die Erfassung von Arbeitszeiten neu organisiert werden müssen.

Genauere Dokumentation von Arbeitszeiten

Im Rahmen von 450-€-Jobs, kurzfristigen Beschäftigungen und für Branchen, die unter das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz fallen, gilt seit Januar folgendes: Mit höchstens sieben Tagen Verzögerung müssen Arbeitsbeginn, -Ende und -Dauer dokumentiert werden. Diese Unterlagen sind mindestens zwei Jahre aufzubewahren. In welcher Form die Arbeitszeiten aufgezeichnet werden, ist gesetzlich bisher nicht bestimmt. Papierbelege reichen aus, einfacher und zuverlässiger ist aber natürlich ein elektronisches Zeiterfassungssystem. Die Kassensysteme von Vectron zum Beispiel erfassen die Arbeitszeiten von Mitarbeitern direkt und können sie an die Backoffice-Software übertragen. So erfüllen Arbeitgeber die neuen gesetzlichen Anforderungen optimal.

Arbeitszeiterfassung mit Vectron-Kassensystemen

Alle Mitarbeiter können sich direkt an der Kasse an- und abmelden. Auch Anmeldung in der einen und Abmeldung in einer anderen Filiale ist möglich. Mit dem Touch-Key-Schlüssel lassen sich sogar Arbeitszeiten von Mitarbeitern erfassen, die nicht direkt an der Kasse arbeiten, also keine Zugriffsrechte auf Kassenfunktionen haben. Die Kassen verwalten beliebig viele Angestellte und erfassen nahtlos alle An- und Abmeldeinformationen, also auch Arbeitspausen, Arztbesuche oder Botengänge. Diese Daten werden über die Vectron-Commander-Software an ein Zeiterfassungssystem in der Zentrale übermittelt und anschließend in die Buchhaltung zur Lohnberechnung weitergegeben.

Umsetzungspflicht, aber unklare Vorgaben

Wie leider schon in der Diskussion um die Allergenkennzeichnungspflicht für unverpackte Lebensmittel bleiben auch beim Thema Mindestlohn und Arbeitszeiterfassung wieder viel zu viele Fragen offen, kritisierte Guido Zöllick, der Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes M-V in der Welt. Regelungen treten in Kraft, obwohl so viele Unsicherheiten bestehen. Olaf Lücke, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandsbands, ist der gleichen Meinung: „Vieles ist nach wie vor unklar, etwa die Frage, ob Gastronomen die Verpflegung, die sie ihren Mitarbeitern anbieten, auf den Mindestlohn anrechnen dürfen“, so sein Statement in der Märkischen Onlinezeitung. Auch auf übliche Alltagspraxis geht die Regelung nicht ein – weder auf Überstunden, noch auf Mehrarbeit, die in einem bestimmten Umfang abgegolten ist.

Etwas Orientierung gibt der DEHOGA in seinen FAQ zu diesem Thema. Hier werden die wichtigsten Fragen behandelt und geklärt, welche Regelungen z.B. für Praktikanten, Saisonkräfte oder Minijobber gelten und wie Zulagen und Trinkgelder zu behandeln sind.


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5 Gedanken zu “Mindestlohngesetz und Arbeitszeiterfassung ab 2015

  1. Die Einführung des Mindestlohnes war schon lange überfällig und natürlich bringt das ganze jetzt auf mehr Arbeit mit sich. Hier heißt es jetzt, dass die entsprechenden Stellen dies auch konsequent kontrollieren, damit auch alle Arbeitnehmer auch tatsächlich am Ende vom Mindestlohn profitieren.

    • Genau, Katrin, die staatliche Kontrolle der Vorgaben muss natürlich da sein. Wie gesagt sind aber im Moment noch viele Fragen offen und die Vorgaben für Arbeitgeber an vielen Stellen unklar, das ist leider das Problem.

      viele Grüße,
      Rebecca Rieder

  2. Bei uns im Betrieb wurde auf das Mindestlohngesetz bisher gut reagiert. Die Umsetzung bzw. die Einhalung des neuen Gesetzes funktioniert noch nicht tadellos, aber man spürt das Engagement im Unternehen, bei dem ich tätig bin.

    Es wird wahrscheinlich überall noch etwas Zeit brauchen, bis alles so läuft, wie man es sich vorstellt.

    • Hallo Maren, schön zu hören. Und natürlich braucht es bei Gesetzesänderungen immer etwas Zeit bis alles rund läuft.

  3. Ab dem 01.01.2017 wird der Mindestlohn um 0,34 € erhöht, also insgesamt auf 8,84€. Damit wird der eine oder anderer Arbeitgeber nicht ganz zufrieden sein, aber es ist schon mal die richtige Richtung um den Arbeitnehmer bessere Bedingungen zu schaffen. Interessant wird sich natürlich auch die Auswirkung auf die Arbeitslosenquoten sein. Es wird sich dann zeigen, ob es einen leichten Anstieg aufgrund der möglichen Jobverlusten geben wird.

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